
Die größten Diät-Mythen auf dem Prüfstand
Chapter 1
Mythos Frühstück ist die wichtigste Mahlzeit des Tages
Lena Kutterer
Heiko, ich muss gleich mal loslegen: „Frühstück ist die wichtigste Mahlzeit des Tages“ – das hab ich schon als Kind ständig gehört. Meine Oma hat’s fast als Gesetz behandelt, da gab’s kein Argument dagegen. Aber woher kommt das eigentlich? Warum hält sich dieser Mythos so hartnäckig?
Heiko Kuttkowski
Du, das ist tatsächlich eine spannende Geschichte. Also, ursprünglich war das mehr so’n Werbespruch, ich glaub von irgendwelchen Cornflakes-Herstellern, die natürlich wollten, dass die Leute morgens fleißig ihre Produkte essen. Aber viele Ärzte haben das dann jahrzehntelang einfach übernommen. Und ehrlich gesagt, wissenschaftlich… naja… da sieht’s gar nicht so eindeutig aus. Es gibt schon Studien, die zeigen, Frühstück kann helfen, den Appetit besser zu steuern oder Heißhunger vorzubeugen – aber das gilt halt nicht pauschal für alle.
Lena Kutterer
Also es kommt voll drauf an, wie man lebt? Weil ich zum Beispiel, ich geh morgens joggen und danach hab ich meistens gar keinen Hunger, sondern eher Lust auf einen Kaffee. Und dann fühl ich mich trotzdem fit für die Uni.
Heiko Kuttkowski
Du sprichst mir aus der Seele. Ich mach’s seit Jahren genauso, okay… mit dem Joggen klappt’s nicht mehr so oft wie früher, aber Walken ist ja praktisch mein zweites Zuhause. Und ich geh meistens auf nüchternen Magen los. Für mich ist das sogar besser – der Kreislauf kommt sanft in Schwung, ich fühl mich wacher, und ich hab gemerkt, dass ich gar keinen Einbruch erlebe. Für viele kann das sogar sinnvoller sein statt sich zum Frühstück zu zwingen.
Lena Kutterer
Heißt das, dass Frühstück total überschätzt wird? Oder kann’s nicht doch irgendwie manchmal sinnvoll sein?
Heiko Kuttkowski
Ich sag mal so: Wenn du morgens richtig Kohldampf hast, dann iss was! Aber wenn’s dir besser geht, erstmal nichts zu essen und du dadurch entspannter in den Tag startest, dann mach das doch. Hauptsache, du hörst auf deinen Körper und nicht auf irgendwelche Sprüche, die seit Jahrzehnten weitergegeben werden. Ich glaub, der größte Fehler ist echt zu denken, alle müssten gleich essen.
Chapter 2
Low Carb ist der einzige Weg zum Abnehmen
Lena Kutterer
Okay, nächster Mythos – und ich freu mich fast drauf, weil ich dazu dauernd gefragt werde. Low Carb – also wenig Kohlenhydrate – ist angeblich der einzige Weg, richtig abzunehmen. Ich sag gleich: Bei uns im Fitnessstudio schwören echt viele drauf. Aber… stimmt das denn wirklich?
Heiko Kuttkowski
Da muss ich direkt schmunzeln, Lena, weil das ist so ein Klassiker. „Kohlenhydrate sind dein Feind“, heißt’s dann überall, und plötzlich sagen alle Nudeln, Brot und sogar Obst ab. Aber wissenschaftlich gesehen ist das… naja, ein ziemlicher Quatsch. Und ich sag dir warum: Am Ende zählt vor allem die Kalorienbilanz – also ob du mehr verbrauchst, als du aufnimmst. Ob du dabei nun weniger Kohlenhydrate oder weniger Fett isst, spielt gar nicht die Hauptrolle.
Lena Kutterer
Warte, aber das mit „Kalorien sind alles“ klingt irgendwie zu simpel. Gibt’s da nicht trotzdem Unterschiede? Also kann’s sein, dass manche mit Low Carb schneller abnehmen als mit anderen Diäten?
Heiko Kuttkowski
Das ist genau die richtige Frage. Es gibt Studien, die vergleichen Low Carb direkt mit Low Fat oder anderen Diätformen – und die zeigen ziemlich klar: Der langfristige Unterschied ist minimal, wenn die Kalorienmenge gleich bleibt. Klar, am Anfang purzeln oft die Kilos, weil du viel Wasser verlierst. Ich hab zum Beispiel letztes Jahr – äh, war’s letztes Jahr? – doch, doch, letztes Jahr hab ich mal eine Phase lang Low Carb ausprobiert, eben zum Testen. Anfangs war ich begeistert, nach zwei Wochen… war’s wie immer. Kein Unterschied, ob ich Reis esse oder nicht.
Lena Kutterer
Das find ich so wichtig. Also: Kohlenhydrate sind nicht böse. Man nimmt ab, wenn man insgesamt weniger Kalorien isst?
Heiko Kuttkowski
Ganz genau! Es gibt für niemanden „das richtige System“. Wenn du gerne Brot und Nudeln isst, dann bau dir das in deine Ernährung ein. Und wenn dir Low Carb besser bekommt, auch gut. Aber bitte keinen Stress machen, weil man denkt, nur Low Carb funktioniert. Das ist – ja, wie sagt man – so’n klassischer Diät-Dschungel, in dem sich viele verlaufen.
Chapter 3
Detox - Entgiftungskuren reinigen den Körper
Lena Kutterer
Der nächste Punkt – ich glaub, ich könnt mich gleich aufregen: Detox! Gefühlt machen das alle, vor allem auf Insta. Säfte, Tees, Pulver… Überall heißt’s, das „reinigt“ den Körper. Aber, äh, funktioniert das wirklich?
Heiko Kuttkowski
Puh, Detox… Also, ich sag direkt: Der Körper braucht kein Detox von außen. Unser Organismus hat ’ne eingebaute Entgiftungsanlage – Leber, Nieren, Haut und Lunge schmeißen tagtäglich Schadstoffe raus. Das klappt alles so automatisch, da kann kein Saftkur-Programm mithalten.
Lena Kutterer
Und trotzdem gibt’s dann Stars oder Influencer, die eine Woche Saft trinken und sagen: „Ich fühl mich wie neu geboren!“ Ich versteh das nie. Liegt das nicht eher an den Kalorien, die sie dann einfach weglassen?
Heiko Kuttkowski
Absolut, Lena. Bei den meisten sogenannten Detox-Kuren isst du ja fast gar nichts. Dass man sich anders fühlt, wenn man kaum Nährstoffe hat, ist logisch. Meistens fehlt dann halt Energie, nicht „Giftstoffe“. Ich hab das selbst mal ausprobiert – war leider gar kein Zauber. Mein Fazit: Lieber die natürlichen Entgiftungsprozesse stärken, also regelmäßig essen, genug trinken und bewegen. Da tun wir unserem Körper am meisten Gutes.
Lena Kutterer
Also Detox-Kuren eher rauswerfen aus dem Kopf – oder halt als Marketing-Trick entlarven. Damit wär ich fein!
Heiko Kuttkowski
Ganz genau, Lena. Ne gesunde Ernährung schützt den Körper mehr als jeder teure Saft. Und mit ein bisschen Bewegung fühlst du dich sowieso „frischer“, ganz ohne diesen Hype. Ich glaub, das war’n schönes Schlusswort, oder?
Lena Kutterer
Find ich auch! Danke dir, Heiko, war wie immer super entspannt mit dir. Und an alle, die zuhören: Schön, dass ihr dabei wart – wir hören uns ganz bald wieder. Servus!
Heiko Kuttkowski
Bis zum nächsten Mal, bleibt locker und denkt dran: Hört auf euren eigenen Rhythmus. Mach’s gut, Lena! Und euch da draußen – tschüss!